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Hagen, Westfalen

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Hagen liegt romantisch eingebettet in einer von vier Flüssen durchzogenen Mittelgebirgs-Landschaft, die geologisch zu den interessantesten Regionen Deutschlands zählt. Gerne wird Hagen und das sich nach Süden öffnende Volmetal auch als das "Tor zum Sauerland" bezeichnet.

Das nordwestliche Sauerland ist eines der höhlenreichsten Gebiete Europas. Der Raum Hagen gilt seit dem 19. Jahrhundert als eine klassische Fundstelle der Paläontologie und Archäologie. Die frühene Ziegeleigrube Hagen-Vorhalle ist Fundort von 315 Millionen Jahre alten Insekten und anderen Fossilien, darunter Urlibellen mit Flügelspannweiten von 40 cm, aus dem Oberkarbon. Diese Fossilienfundstelle zählt zu den wichtigsten Geotopen Europas und besitzt Weltgeltung für die paläontologische Forschung. Wesentliche Funde aus Hagen-Vorhalle sind im Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen zu sehen.

Seit der Eiszeit wird der Raum Hagen von Menschen bewohnt. Zahlreiche archäologische Spuren belegen eine "Besiedlung" seit der mittleren Altsteinzeit. So wurden zuletzt im März 2004 in einer sehr engen und tief in eine Felsformation führende Karst-Spaltenhöhle im östlichen Hagen menschliche Schädel und Knochen aus der frühen Mittelsteinzeit (Präboreal, rd. 10.700 Jahre alt bzw. 8.700 v.Chr.) gefunden. Die europaweit bedeutenden Funde sowie die Fundhöhle werden seit Sommer 2004 wissenschaftlich untersucht. Ein Teil des Fundmaterials ist im Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen ausgestellt.

775 wurde die nahe der Hagener Stadtgrenze zu Dortmund gelegene sächsische Hohensyburg durch Truppen Kaiser Karl der Große erobert. Erste Schriftquellen, die sich direkt auf Hagen beziehen, datieren in das 12. Jahrhundert, anfänglich ein kurkölnischer Besitz und Kirchspiel. Nach der Eroberung der Burg Volmarstein im Jahr 1324 wurde Hagen ein Teil der Grafschaft Mark, 1609/66 kam es zu Brandenburg-Preußen.

Um 1705 war Hagen ein Flecken im Gericht Hagen, Amt Wetter. 1709 wurde der heutige Stadtteil Hohenlimburg mit erweiterten Freiheitsprivilegien ausgestattet, 1717 erhielt Hagen eine Akzise, 1739 ein "rathäusliches Reglement". Hagen besitzt seit 1746 die Stadtrechte. Von 1807 bis 1813 war Hagen in der Zeit der französischen Herrschaft als Hauptstadt des Arrondissements Hagen dem Ruhrdepartement im Großherzogtum Berg angegliedert. Sie hatte den Rang einer Munizipalität bzw. Unterpräfektur.

Nach dem endgültigen Übergang an Preußen wurde Hagen 1817 Sitz eines Amtes und eines Kreises innerhalb des Regierungsbezirks Arnsberg. 1837 wurde die revidierte Städteordnung und ein Magistrat eingeführt. Im Jahr 1887 schied Hagen aus dem Kreis Hagen aus, um eine kreisfreie Stadt zu werden.

Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1928 die 100.000-Grenze und machte Hagen zur Großstadt. Im Zweiten Weltkrieg wurde im Zuge der "Battle of the Ruhr" die Hagener Innenstadt total zerstört. Die durch den raschen Wiederaufbau entstandenen "Bausünden" werden seit den 1990er Jahren unter anderem durch die Volmegalerie, die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes und dem Neubau des Rathauses behoben.

Hagen zählt heute über 200.000 Einwohner. Zuletzt erhielt Hagen bundesweite Aufmerksamkeit im März 2004 durch die Sprengung des Sparkassen-Hochhauses "Langer Oskar" sowie im September 2004 durch die archäologischen Funde von rund 10.700 Jahre alten menschlichen Skeletten in einer Höhle, die als "älteste Westfalen" gelten.

In der Stadt befindet sich die einzige Fernuniversität Deutschlands - mit über 44.000 Studenten die größte Universität des Ruhrgebiets.

Daten der Stadt Hagen, Westfalen:
Kreisfreie Stadt - Gemeindekennzahl: 05 9 14 000 - Kfz.-Kennzeichen: HA - Geograph. Lage: 7°29' östl. Länge / 51°22' nördl. Breite - Höhenlage: 106 m über NN - Einwohner: 201.500 - Fläche: 160,4 km² - Postleitzahl: 58000 bis 58139 - Telefonvorwahl: 02331, 02334(Hohenlimburg), 02337(Dahl)

Hamm, Westfalen

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Nachdem die Stadt Nienbrügge zerstört wurde, bot der Graf Adolf I. von der Mark den Einwohnern an, auf seinem Land zu siedeln. Diese Siedlung wurde im März 1226 urkundlich am Aschermittwoch gegründet. Da sie auf der Landspitze zwischen der Einmündung der Ahse in die Lippe entstand und ein solches Areal im Mittelalter als "Ham" bezeichnet wurde, erhielt diese Siedlung Namen "tom Hamme". Hieraus entstand dann der Stadtname Hamm.

1350 wird Hamm von der großen Pest heimgesucht, die nur sieben Familien überlebt haben sollen.

1392 wurde die Grafschaft Mark mit dem Herzogtum Kleve vereint und Hamm verlor seine Bedeutung als Hauptstadt der Grafschaft Mark.

1609 kam Hamm durch Erbfolge unter preußische Herrschaft. Da die Erbfolge zwischen den Dynastien der Pfalzgrafen von Neuburg und den Kurfürsten von Brandenburg umstritten waren, dauerte die Unsicherheit über die Zugehörigkeit zu Preußen bis 1666 an.

1787 wurde durch die preußische Verwaltung eine Kriegs- und Domänenkammer für die Grafschaft Mark in Hamm eingerichtet. Als einer ihrer Präsidenten wurde 1793 Freiherr vom Stein ernannt.

1808 kam Hamm zum Großherzogtum Berg und wurde Sitz eines Kantons innerhalb des Arondissements Hamm im Ruhrdepartement. Ab 1813 gehörte die Stadt zum preußischen Zivilgouvernement zwischen Weser und Rhein und 1815 wurde Hamm endgültig preußisch. Die Stadt wurde Sitz eines Kreises innerhalb des Regierungsbezirks Arnsberg der Provinz Westfalen. Auch die meisten heute zu Hamm gehörigen Stadtteile gehörten zur Grafschaft Mark und wurden 1815 der preußischen Provinz Westfalen zugeordnet. Lediglich Bockum-Hövel und Heessen gehörten bis 1803 zum Fürstbistum Münster. 1806 kamen auch diese Orte zum Großherzogtum Berg, 1813 zum preußischen Zivilgouvernement zwischen Weser und Rhein und 1815 zur Provinz Westfalen.

1820 wurde das damalige "Appellationsgericht" (heute Oberlandesgericht) von Kleve nach Hamm verlegt. In der Zeit von 1882 bis 1900 wirkte der vormalige preußische Kultusminister Adalbert Falk als Oberlandesgerichtspräsident in Hamm.

Im Jahre 1836 wurde in Hamm die revidierte Städteordnung eingeführt. Mit Wirkung vom 11. April 1901 schied Hamm aus dem Kreis Hamm aus um eine kreisfreie Stadt zu werden. Sie blieb aber noch Sitz des Kreises Hamm, der jedoch 1929 seinen Sitz nach Unna verlegte und infolgedessen 1930 in Kreis Unna umbenannt wurde.

Von 1911 bis 1913 wurde unter dem Stadtbaurat Otto Krafft die Ahse aus der Innenstadt verlegt, wodurch die Stadtentwicklung einen neuen Schub erhielt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Hamm durch 55 Luftangriffe zu 60 % zerstört.

Die Stadt in ihren heutigen Grenzen besteht im Wesentlichen seit der Gebietsreform des Jahres 1975, als die kreisfreie Stadt Hamm mit den umliegenden Gemeinden zur neuen kreisfreien Stadt Hamm vereinigt wurde. Dadurch überschritt die Einwohnerzahl die 100.000-Grenze und machte Hamm zur Großstadt. Heute hat Hamm ca. 185.000 Einwohnern.

Die Stadt ist Sitz des größten deutschen Oberlandesgerichts.

Daten der Stadt Hamm, Westfalen:
Kreisfreie Stadt - Gemeindekennzahl: 05 9 15 000 - Kfz.-Kennzeichen: HAM - Geograph. Lage: 7°49' östl. Länge / 51°40' nördl. Breite - Höhenlage: 63 m über NN - Einwohner: 184.950 - Fläche: 226,26 km² - Postleitzahl: 59000-59077 - Telefonvorwahl: 02381, 02385, 02388, 02383, 02384, 02389, 02382, 02307

Herne

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Die Stadt Herne in ihren heutigen Grenzen ist das Ergebnis mehrere Gebietsreformen, durch welche umliegende Gemeinden, darunter die ehemalige Großstadt Wanne-Eickel, nach Herne eingegliedert bzw. mit dieser Stadt zusammen gelegt wurden. Die Einwohnerzahl von Alt-Herne hatte bereits 1933 die 100.000-Grenze überschritten und Herne damit zur Großstadt gemacht. Heute gehört Herne mit seinen ca. 173.000 Einwohnern zu den kleineren Großstädten des Landes und ist aufgrund seiner Fläche vor Offenbach die zweitkleinste Großstadt Deutschlands.

Früher war Herne eine wichtige Bergbaustadt. Bekannt waren dabei die Zechen "Shamrock", "Constantin", "Mont-Cenis" und "Friedrich der Große". Im Stadtbild lebt die Bergbauvergangenheit in einigen erhaltenen Fördertürmen fort.

Daten der Stadt Herne:
Kreisfreie Stadt - Gemeindekennzahl: 05 9 16 000 - Kfz.-Kennzeichen: HER - Geograph. Lage: 7°13' östl. Länge / 51°32' nördl. Breite - Höhenlage: 65 m über NN - Einwohner: 173.645 - Fläche: 51,41 km² - Postleitzahl: 44601 - 44653 - Telefonvorwahl: 02323, 02325

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